Antragsteller: Professor Dr. Thomas Stöllner
Deutsches Bergbau-Museum (DBM)
Forschungsstelle Archäologie und Materialwissenschaft
Forschungsbereich Montanarchäologie
Fachliche Zuordnung: Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung: Förderung seit 2019
Projektkennung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 424829690

Projektbeschreibung

Das iranische Hochland nimmt in verschiedenen Perioden der Kulturentwicklung im Mittleren Osten eine bedeutende Rolle ein: Seine Gesellschaften stehen in engem Austausch mit den umliegenden Kulturräumen, zu denen sich immer wieder politische und wirtschaftliche Beziehungen entwickeln konnten. Aus einer Perspektive mesopotamischer, kaukasischer und mittelasiatischer Regionen kommt es wiederholt zu einer Intensivierung der Beziehungen aus diesen Regionen, sei es durch Wirtschaftsverkehr, Zuwanderung oder politische Inklusion. Umgekehrt haben es die Gesellschaften des iranischen Hochlandes nicht weniger verstanden, diese Beziehungen in ihren eigenen Netzwerken zu integrieren, sie umzuformen oder sich ihnen gegenüber widerständig zu verhalten. Das Hochland und seine Hochlandakteure konnten so verschiedentlich eine prägende Rolle auf ihre Umfelder einnehmen und politische, ökonomische und soziale Wirkung entfalten. Die Landschaften, ihre Ressourcen und spezifischen Lebensbedingungen trugen zu dieser Entwicklung bei, dennoch sind die kulturellen, sozialen wie wirtschaftlichen Prozesse für verschiedene Perioden kaum im Detail untersucht, standen sie doch meist im Schatten einer "auswärtigen" – beispielsweise mesopotamischen – Perspektive. Das SPP versucht die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozesse dieses Raums nach drei grundsätzlich beschreibbaren Bereichen, den Rohstoffregimen, den institutionellen Verhältnissen und der Mobilität seiner Bewohner nachzuzeichnen. Dabei sollen die verschiedenen Formen von Krisenbewältigung und Resilienzen als auch die kulturelle Integrationsfähigkeit als tragende Elemente dieser Hochlandgesellschaften die Basis der verschiedenen SPP Projekte sein. Solche Fragen sollen diachron mit Unterstützung des Koordinationsprojektes untersucht werden. Die verschiedenen wissenschaftlichen Einzelergebnisse sollen im Rahmen von sechs Arbeitspaketen und mit Hilfe von Workshops und Konferenzen und mit einer Einbeziehung iranischer und auswärtiger Forscher*innen integriert werden. Es ist ein ausdrückliches Ziel des Koordinationsprojektes die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen iranischen Kollegen und Institutionen zu fördern und gemeinsame wissenschaftliche Ziele und Ergebnisse zu entwickeln.