Antragstellerin: Sepideh Maziar, Ph.D.
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Archäologische Wissenschaften
Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients
Fachliche Zuordnung: Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung: Förderung seit 2019
Projektkennung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 424263040

Projektbeschreibung

Die sogenannte Kura-Araxes-Gesellschaft ist eine der frühen "Einwandergemeinschaften",die in der vorderasiatischen Archäologie eine wichtige Rolle spielte. Sie entstand vermutlich in einem Gebiet zwischen den Flüssen Kura und Araxes in Georgien, Armenien undAserbaidschan. Die Kura-Araxes-Gesellschaft scheint sich während des späten 4. Jahrtausends v. Chr. (Frühe Bronzezeit) über weitere Gebiete bis nach Ostanatolien, Nordwest-Iran und in die Levante verbreitet zu haben. Die Kura-Araxes-Kultur wurde bisher nur im südlichen Kaukasus und im östlichen Anatolien gut erforscht. Unsere Kenntnisse über die Kura-Araxes-Gesellschaft in Iran basieren auf einzelnen Fallstudien, die seit 1949 durchgeführt wurden; es fehlt aber bislang eine umfassende Studie. Einer der Gründe für diesen Mangel liegt darin, dass die Überreste dieser Tradition hauptsächlich in den Hochlandgebieten liegen, die als unbedeutende Randgebiete angenommen wurden; besonderes für den Nordwesten des Iran liegt bisher keine präzise Chronologie und kein solider Überblick über die kulturellen Dynamiken vor. Unter Berücksichtigung dieser Themen wird sich das vorliegende Projekt auf die kulturelle Tradition der Kura-Araxes-Gesellschaft als Fallstudie für eine "Hochlandgesellschaft" konzentrieren, um ihre Rolle in der Entstehung der kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Dynamiken vom 5. bis 3. Jahrtausend v. Chr. im Nordwest-Iran zu erläutern. Außerdem ermöglicht diese Studie uns, die Resilienzstrategien dieser Gesellschaft in der Diaspora zu untersuchen. Meine primären Untersuchungen zeigten deutlich, dass der Nordwest-Iran im Chalkolithikum und der frühen Bronzezeit keine homogene Einheit bildete, sondern verschiedene heterogene Einheiten umfasste, die jeweils ihre eigene materielle Kultur und Traditionen hatten. Anhand eines interdisziplinären Ansatzes wird dieses Projekt die Adoption und Managementstrategien der Kura-Araxian erläutern, die das iranische Hochland zu ihrer Heimat gemacht hatten. Dieses Projekt befolgt die allgemeinen Schwerpunktfelder vom SPP und bietet zahlreiche Anknüpfungspunkte für weitere Projekte. Dieses Projekt wird aus den archäologischen Daten die Modelle herleiten, die auf Projekte, deren Hauptthema Migration ist, übertragen werden können.