DFG-Förderschwerpunkt: Das iranische Hochland: Resilienzen und Integration in vormodernen Gesellschaften

Förderung
Organisation
Fördereinrichtung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Zeitraum
2019 - 2025

Ausschreibungsmodalitäten

Es kann eine erste dreijährige Förderperiode beantragt werden. Die Antragstellung erfolgt ausschließlich über das elan-Portal der DFG.

Förderschwerpunkt
Art der Aktivität
Forschungsprojekt
Aktuelle Deadline für Einreichung von Anträgen
2018-10-31

Beschreibung

Das Schwerpunktprogramm ist auf archäologische, kultur- und sprachwissenschaftliche Forschungsvorhaben (prä)historischer Gesellschaften des Hochlands Iran ausgerichtet. Das SPP 2176 zielt darauf ab, die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozesse dieses Raums nach Rohstoffregimen, institutionellen Verhältnissen und der Mobilität seiner Bewohner_innen nachzuzeichnen. Dabei werden die besonderen Formen von Krisenbewältigung und sozialer Widerständigkeit als auch die kulturelle Integrationsfähigkeit als tragende Elemente dieser Hochlandgesellschaften untersucht. Projekte sollen entlang dieser Themen entwickelt werden, um die einzelnen Projekte im SPP miteinander zu verknüpfen. Kooperationen sind hier ausdrücklich erwünscht und sollten bereits im Antrag genannt werden. Das Programm wird in enger Zusammenarbeit mit iranischen Partnerinnen und Partnern durchgeführt.

Bitte reichen Sie ihren Antrag bis spätestens 31. Oktober 2018 über das elan-Portal der DFG ein – dieses steht Ihnen für die Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten zur Verfügung. Wählen Sie in der angebotenen Liste der Ausschreibungen unter der Rubrik Schwerpunktprogramme „SPP 2176“ aus. Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B – Allgemeine Informationen zur Antragstellung (insbesondere zur Antragsberechtigung und zu den beantragbaren Mitteln).

Informationen und Kontakt

DFG Förderinformationen

Weiterführende Informationen zum Schwerpunktprojekt und der inhaltlichen Ausrichtung:

www.iran-highlands.com

Deutsch/Englisch

 

Das iranische Hochland: Resilienzen und Integration in vormodernen Gesellschaften

Das DFG Schwerpunktprogramm „Das iranische Hochland: Resilienzen und Integration in vormodernen Gesellschaften (SPP 2176) wurde vom Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im März 2018 für eine Laufzeit von 6 Jahren ab 2019 eingerichtet. Die Ausschreibung lädt zur Einreichung von Anträgen für eine erste dreijährige Förderperiode ein.

Koordinator:

Prof. Dr. Thomas Stöllner, Ruhr-Universität Bochum und Deutsches Bergbau-Museum Bochum, Ur- und Frühgeschichte/Montanarchäologie

Programmkommission:

Prof. Dr. Reinhard Bernbeck, Freie Universität Berlin, Vorderasiatische Archäologie

Dr. Wouter Henkelman, Maître de conférences, École Pratique des Hautes Études, Altorientalisik/Iranistik

Prof. Dr. Susan Pollock, Freie Universität Berlin, Vorderasiatische Archäologie

Dr. Judith Thomalsky, DAI, Außenstelle Teheran, Ur- und Frühgeschichte

Zusammenfassung

Das iranische Hochland nimmt in verschiedenen Perioden der Kulturentwicklung eine bedeutende Rolle ein: Seine Gesellschaften stehen in engem Austausch mit den umliegenden Kulturräumen, zu denen sich immer wieder politische und wirtschaftliche Beziehungen entwickeln konnten. Wiederholt kommt es zu einer Intensivierung der Beziehungen aus Mesopotamien, Kaukasien oder Mittelasien, sei es durch Wirtschaftsverkehr, Zuwanderung oder politische Inklusion. Umgekehrt haben es die Gesellschaften des iranischen Hochlandes nicht weniger verstanden, diese Beziehungen in ihren eigenen Netzwerken zu integrieren, sie umzuformen oder sich ihnen gegenüber widerständig zu verhalten. Das Hochland und seine Akteure konnten so verschiedentlich eine prägende Rolle für ihre Umfelder einnehmen und politische, ökonomische und soziale Wirkung entfalten. Die Landschaften, ihre Ressourcen und spezifischen Lebensbedingungen trugen zu dieser Entwicklung bei, dennoch sind die kulturellen, sozialen wie wirtschaftlichen Prozesse für verschiedene Perioden kaum im Detail untersucht, standen sie doch meist im Schatten einer „auswärtigen“ – beispielsweise mesopotamischen – Perspektive.

Das SPP 2176 versteht das iranische Hochland sensu lato als das zentral-iranische Plateau mit seinen Randgebirgen, dem Kopet Dag im Nordosten, dem Elburs im Norden, dem Zagros im Westen, Südwesten und Süden, sowie dem Urmia-See und Südkaukasus im Nordwesten. Im Osten beziehen wir die Region Kerman samt Wüste Lut und Iranisch-Baluchistan mit ein.

Iran hat sich seit dem Jahr 2000 verstärkt ausländischen Wissenschaftler_innen geöffnet. Mit dem Projekt sollen die europäisch/deutschen und iranischen Wissenschaftsbande wieder enger zu geknüpft werden. Auch die deutschsprachige Iran-Forschung kann so in Deutschland und darüber hinaus einen neuen Impuls bekommen.

Nachwuchsförderung und die Einbeziehung von und Vernetzung mit iranischen Kolleg_innen sind explizit wissenschaftspolitische Ziele des Programms. Wissenschaftler_innen aus Iran sollen ebenfalls explizit diese Chancen ergreifen können, sich in Kooperation mit deutschen Universitäten und Forschungsinstituten an Anträgen zu beteiligen, um über die gegebenen Grenzen hinaus Forschung zu ermöglichen.

Allgemeine Fragestellung und Ziele

Die Erforschung des iranischen Hochlandes und seiner Gesellschaften ist ein emerging field für die kulturwissenschaftliche, archäologische und sprachwissenschaftliche Forschung Westasiens. Die heterogenen Lebenswelten des iranischen Hochlandes ließen langfristig immer wieder kulturelle Hybridisierungen entstehen, die transformativ nach außen wirken konnten und bei aller Flexibilität erhebliche Bestandskraft aufwiesen. Es ist die These des SPP 2176, dass das Zusammenspiel von sich stark wandelnden äußeren Bedingungen mit tief verankerten kulturellen Krisenbewältigungsmechanismen zu multiplen Hochland-Lebenswelten führten, die für unterschiedlichste Lebensformen eine Anbindung erlaubten (z.B. Wanderhirten und Nomaden, bäuerlich-dörfliche und urbane Gesellschaften).

Anders als beim traditionellen Konzept der Akkulturation geht das SPP nicht von soziokulturellen Angleichungen, sondern von beständigen Neuformungen aus, die sich auf verschiedenen Skalen im Hochland von Iran herausbilden konnten. Die Resilienz der kleinteilig strukturierten Gesellschaften zeigt sich in ihrer erstaunlichen Flexibilität und einer dynamischen Herausbildung immer wieder neuer gesellschaftlicher und kultureller Konfigurationen. Das SPP betrachtet diese als einen spezifischen Beitrag von „Hochlandgesellschaften“. Dies wird in bewusster Antithese zu hydraulischen Gesellschaften angelegt, die – wie etwa Mesopotamien – bisher bevorzugt betrachtet und als historische Vorbildkonzepte formuliert wurden.

Im Zentrum des SPP 2176 stehen die unterschiedlichen „Highlandscapes“, die mit Hilfe eines interdisziplinär und diachron angelegten Ansatzes zwischen Archäologie, geowissenschaftlicher Archäometrie, Archäobiologie, Iranistik sowie Alter Geschichte und Altorientalistik untersucht werden sollen. Forschungsprojekte sollen die vielfältigen Lebenswelten herausarbeiten, wobei es darum geht, wie sich die für das iranische Hochland beobachtbare gesellschaftliche Resilienz in wirtschaftlichen, sprachlichen, und sozialen Mustern sowie in der Kraft zur politisch-sozialen Integration epochenspezifisch ausgeprägt hat. Dazu gehören auch Wissenstransfer und Austausch sowie Erinnerungskulturen in Sprache, Religion und Sachkultur. Das SPP zielt darauf ab, die verschiedenen wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Prozesse in drei Schwerpunktfeldern systematisch zu erfassen:

  • in Rohstoffregimen und deren Vernetzung;
  • in institutionalisierten Verhältnissen, die von formal-öffentlichen Einrichtungen bis zu Familienstrukturen reichen können;
  • in Mobilitätsmustern und deren natürlichen und kulturellen Umweltbezügen.

Dies sind die grundsätzlichen Forschungsziele des SPP.

Projekte sollen so konzipiert sein, dass sie entlang dieser Themen im SPP miteinander verknüpft werden können. Kooperationen zwischen einzelnen Partnern sind hier ausdrücklich erwünscht und sollten bereits im Antrag genannt werden.

Bitte reichen Sie ihren Antrag bis spätestens 31. Oktober 2018 über das elan-Portal der DFG ein – dieses steht Ihnen für die Erfassung der antragsbezogenen Daten und zur sicheren Übermittlung von Dokumenten zur Verfügung. Wählen Sie in der angebotenen Liste der Ausschreibungen unter der Rubrik Schwerpunktprogramme „SPP 2176“ aus. Berücksichtigen Sie bitte beim Aufbau Ihres Antrags das DFG-Merkblatt 54.01 zu Sachbeihilfen mit Leitfaden für die Antragstellung und die Hinweise im Merkblatt Schwerpunktprogramm 50.05, Teil B – Allgemeine Informationen zur Antragstellung (insbesondere zur Antragsberechtigung und zu den beantragbaren Mitteln).

Handelt es sich bei dem Antrag innerhalb dieses Schwerpunktprogramms um Ihren ersten Antrag bei der DFG, berücksichtigen Sie, dass Sie sich bis zwei Wochen vor der Antragstellung im elan-Portal registrieren müssen. Die Bestätigung der Registrierung erfolgt in der Regel bis zum darauffolgenden Arbeitstag. Ohne vorherige Registrierung ist eine Antragstellung nicht möglich.

Der Antrag muss in englischer Sprache verfasst werden. Bitte senden Sie ein weiteres Exemplar des Antrags in elektronischer Form an den Koordinator des Programms Prof. Dr. Thomas Stöllner (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!).

Der Termin der Begutachtung wird zu gegebener Zeit bekannt gegeben.

 

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen zum Schwerpunktprogramm erhalten Sie im Internet unter: www.iranhighlands.com/org

Das elan-Portal der DFG zur Einreichung der Anträge finden Sie unter: https://elan.dfg.de

Die Merkblätter DFG-Vordruck 50.05 und 54.01 stehen unter: www.dfg.de/foerderung/formulare

 

Für inhaltliche Rückfragen steht Ihnen der Koordinator des Schwerpunktprogramms zur Verfügung:

Prof. Dr. Thomas Stöllner
Ruhr-Universität Bochum
Institut für Archäologische Wissenschaften
Ur- und Frühgeschichte, Lehrstuhl
zugleich: Deutsches Bergbau-Museum Bochum
Abt. Forschung, Leiter, Mitglied des Direktoriums
Haus der Archäologien
Am Bergbaumuseum 31
D-44791 Bochum
Tel. +49-234-3222546 oder Tel: +49-234-282538-20
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Informationen zur Antragstellung bei der DFG erteilen:

Inhaltliche Informationen:

Dr. Christoph Kümmel
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Tel. +49 (228) 885-2294
Fax +49 (228) 885-2777
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Formale Informationen:

Sabine Thomas
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Tel. +49 (228) 885-2810
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Ansprechperson „Chancengleichheit in der Wissenschaft“:

Dr. Ines Medved
Kennedyallee 40
53175 Bonn
Telefon: +49 (228) 885-2852
Telefax: +49 (228) 885-2555
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!